Abstrakte Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Definition der abstrakten Verweisung: Die abstrakte (lateinisch: abstractus “abgezogen”) Verweisung ermöglicht es dem BU-Versicherer den Versicherten auf jede andere Tätigkeit zu verweisen, die er ausüben könnte. Die die rein abstrakte Möglichkeit reicht hier aus. Verbraucherfreundlich ist hingegen die sogenannte konkrete Verweisung. Hier kann der Versicherer nur auf eine Tätigkeit verweisen, die der Versicherte ausübt.

Meistens wird in dieser Klausel das Verweisungsrecht des Versicherers auf die “bisherige Lebensstellung “des Versicherten eingeschränkt. “Bisherige Lebensstellung” bedeutet nach der Rechtsprechung (meist) 70 bis 80 Prozent des Einkommens des Versicherten.

Was bedeutet das?

Durch die abstrakte Verweisung ist es dem Versicherer möglich, mit Hinweis auf andere, mögliche berufliche Tätigkeiten, die Leistung zu verweigern.

Dabei spielt es keine Rolle, ob beispielsweise freie Stellen zur Verfügung stehen. Die Frage, ob die andere Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werden kann, ist zusätzlich ein möglicher Streitpunkt.

Unser Tipp:

Achten Sie darauf, dass es in den Bedingungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung klar lautet: “Die abstrakte Verweisung ist ausgeschlossen”. Versuchen Sie nicht, eine Klausel selbst zu interpretieren. Eine abstrakte Verweisung darf in den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht enthalten sein. Übrigens: Lassen Sie auch nicht den Hinweis gelten, dass bei Selbständigen diese Klausel nicht relevant ist.

Unsere Leistung für Sie:

In unserer Beratung berücksichtigen wir den Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Ebenso sämtliche anderen Bedingungspunkte, die bei einer sehr guten BU zu beachten sind.